E-Commerce in Rußland – Eintrittsstrategie

Es ist 14.05.2009 21:00 Uhr – Twitter is down. Es wurde aber angekündigt.. da ich nicht zwitschern kann, habe ich entschieden, meinen Blog zu schreiben. Ein eindeutiger Vorteil des Twitt-Blogging Ansatzes :-).

Da Ost-Europa unter anderem natürlich Rußland ein wachsender Markt ist, planen viele europäische Unternehmen einen Markteintritt oder agieren bereits in Rußland. Hier möchte ich meine Thesen aufschreiben, was man beim Eintritt beachten soll:

  • Die Internetdurchdringung in Rußland liegt bei 28% (rund 40 Millionen). Es ist 10% mehr im Vergleich zum Vorjahr. Die Nutzung ist nicht regelmäßig – 30 Millionen nutzen Internet nur einmal pro Woche (via russland-aktuell). Wenn man die Zahlen anguckt, dann kann man denken: es kann eine Weile dauern, bis Internet-Shopping an Bedeutung gewinnt. Aber Rußland ist halt ein großes Land … Wenn die Internetdurchdringung in Moskau und Sankt-Petesburg anguckt, dann liegt diese deutlich über 60%. 80% des russischen Kapitals ist auch in diesen Städten konzentriet. Tipp: Man muß die beiden Städte beim Markteintritt zuerst bearbeiten.
  • Internetnutzung: Das Internet wird häufig während der Arbeitszeit genutzt, auch privat … Die meisten Bestellungen kommmen tagsüber während zwischen Montag und Freitag. Es wird halt viel im Büro bestellt. 11,4 Mio. (21,5%) russischer Haushalte haben inzwischen einen DSL-Anschluss, interessanterweise überwiegend in den Regionen (57%). Tipp: Aus diesem Grund muss man auf die Seitengröße achten.
  • Online Marketing: Die größte Sucmaschiene  in Rußland ist nicht Google, sondern yandex.ru. Google.ru ist die zweit größte Suchmaschiene, dann folgt rambler.ru. Also SEM und SEO muß mann für mehrere Suchmaschienen betreiben. Google nimmt den russischen Markt sehr ernst. Es wurde ein sehr gutes lokales Management (ein der Pioniere des russischen E-Commece)  installiert und die Organisation wird in Moskau richtig ausgebaut.  Es ist aus meiner Sicht zu erwarten, dass Google auch in Rußland die Nummer 1 wird. Affiliate Marketing funktioniert auch,  aber es gibt keine Affiliate-Netzwerke, weil es rechtlich nicht geht. Wenn ein Affiliate-Partner über eine gewiße Summe Nachfrage generiert, muss man mit diesem einen separaten Vertrag abschließen. Also man muß ein privates Affiliate-Netzwerk aufbauen. eMail Marketing funktioniert auch gut, da nicht so viele Shopping Newsletter bereits gibt.
  • Zahlungsarten und Logistik: Zahlung per Nachnahme ist die meist verbreitete Zahlungsart. Die Kreditkarte wird auch eingesetzt, aber bei dieser Zahlungsart ist auch Betrugsrisiko sehr hoch. In den Großtädten wie in Moskau und Sankt-Petersburg gibt es Kurrierdienste. Manche E-Commerce Player in Rußland wie ozon.ru (Copy cat amazon) haben eigene Kurrierdienste aufgebaut. In die Regionen gibt es nur die Zustellung mit der russischen Post und das kann dauern.

Twitter ist wieder da! 🙂 Dann zwitschern wir mal los! Die weiteren Thesen zum E-Commerce Markt in Rußland folgen!

Bis dahin na zdorovje!

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