Wieso M-Commerce in Japan funktioniert?
M-Commerce in Deutschland wird nach der Versteigerung von den UMTS Lizenzen jedes Jahr als der große Trend angekündit, der aber noch nicht bei den Verbrauchern wirklich angekommen ist (via Kassenzone). Im Vergleich zu Deutschland ist M-Commerce in Japan schon bereits vor 6 Jahren die Realität.
Hier sind meine Thesen dazu, wieso M-Commerce in Japan funktioniert:
- Japaner sind innovationsbewußt und kaufen sich durchschnittlich ein Mal in 6 Monaten neue Mobiltelefone – kürzere Innovationszyklen als in Europa. In Deutschland wechselt ein durchschnittlicher Kunde Mobiltelefon erst nach dem Ablauf des Vertrages, im Schnitt jedes 2. Jahr.
- Viele Angestellte in Japan leben außerhalb von großen Metropolen und fahren ungefähr 1 bis 1,5 Stunden mit der Bahn zur Arbeit. Im Zug beschäftigen Sie sich ausführlich mit Ihren mobilen Telefonen. In Deutschland fährt man eher mit einem Auto zur Arbeit.
- Eine performante Infrastruktur war bereits früh vorhanden.
- Japanische Telkos kooperieren sehr eng mit Handyherstellern (Sharp, Mitsubishi, Sony etc.), um Eingabeinterface, Navigation und Funktionen, wie QR-Code Reader oder Browser herstellerübergreifend einheitlich zu machen.
- Telkos wie KDDI oder NTT DoCoMo setzen nicht auf eigenes Content, sondern liefern eine Content-Plattform. Die Content Anbieter integrieren eigene Inhalte und konkurrieren, um die Aufmerksamkeit der User.
- Die Qualität der Inhalte wird von japanischen Telkos streng überprüft, bevor sie neue Inhalte auf der Plattform anbieten. Es gibt ein klarer Prozess, um einen offiziellen Content Provider von NTT DoCoMo zu werden. Zum Beispiel wir haben den mobilen Bestellprozess der japansichen Otto Seite mit 40 unterschiedlichen Mobiltelefonen getestet (alle Modelle, die in letzten vier Jahren rausgekommen sind).
Wenn man jetzt die Bildschirmauflösung und die Zoom-Funktion von iPhone anguckt, da frage ich mich selbst, ob es überhaupt spezielle Mobileseiten in Deutschland geben wird oder man “normales” Internet dann auf dem mobilen Gerät durchsurft. Auch die zur Zeit angebotenen iPhone Applikationen haben kein Mehrwert und sind sowieso die abgespekte Verison der Internetseite (via excitingcommerce). Was meint Ihr dazu?
Benjamin 6:23 am on May 11, 2009 Permalink |
Hi Stan.
Ich glaube ein Aspekt, warum M-Commerce in Deutschland noch nicht so richtig verbreitet ist, ist dass das Mobile Internet immer noch zu teuer ist. Wenn man mal das IPhone als Basis nimmt und sich die entsprechenden Tarife von T-Mobile anschaut, dann sind für den “Normalbürger” mindestens 24,95 € fällig (200 MB HSDPA-Nutzung). Erst wenn das Ganze entsprechend günstiger wird, könnte das Thema M-Commerce interessanter wird.
Wie sieht es denn in Japan mit den Tarifen aus?
Viele Grüße
Benjamin
eminded 8:09 pm on May 11, 2009 Permalink |
Hi Benjamin,
da hast Du Recht. In Japan ist auch günstiger als in Deutschland. Ich war jetzt auf der Seite von softbank.co.jp.
Der günstigste Tarif für iPhone ist 7 Euro pro Monat für die Internetnutzung, natürlich nicht unbeschränkt.
Viele Grüße,
Stan